Mit Konstantin Wecker habe ich sonst nichts am Hut. Im Prinzip wusste ich nur: Wecker? Drogen? Da klingelt was. Ich wollte aber schon immer mal ein bisschen stöbern, was für Musik der eigentlich macht.

Heute bin ich zufällig über ein sehr berührendes Lied von ihm gestoßen, in dem u.a. der rassistisch motivierte Mord an Antonio Amadeu Kiowa im Jahr 1990 thematisiert wird. Wecker geht nicht nur auf die Tatsache ein, dass drei bewaffnete Polizisten den Mord beobachteten, aber nicht einschritten, sondern auch auf die widerliche Asylpolitik, die nach den rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen betrieben wurde.

Er schlägt dabei einen Bogen zur Bigotterie des Staates: Wenn die Schwachen und Unerwünschten von rechts drangsaliert, erschlagen und angezündet werden, rückt die Polizei ab, um die Schicht zu wechseln. Aber wehe, es geht von links gegen die Mächtigen und Wohlhabenden, dann kennt der Staat kein Pardon.

Die Ballade von Amadeu Antonio Kiowa (Willy 2)

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